Piwis - Widerstand ist zweckvoll
Shownotes
🍷 Themen dieser Folge: Was sind Piwis, und warum brauchen wir sie ? Geschichte hinter pilzwiderstandsfähigen Rebsorten Nachhaltigkeit und Klimawandel im Weinbau Welche Piwis sollte man unbedingt probieren ? Wie Winzer*innen auf neue Rebsorten setzen (oder noch zögern)
🍇 Unsere Probierempfehlungen: Cabernet Blanc – fruchtig, würzig, spannend Johanniter – die Riesling-Alternative mit Biss Regent – eine der ersten roten Piwis mit Charakter
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Wir: Conny Ganß https://www.instagram.com/sommelier_conny.ganss/ Sarah Ploß https://www.instagram.com/grossstadtklein/
Transkript anzeigen
00:00:00: Der schaust jetzt, gell?
00:00:02: Ja, das habe ich noch nie gehört.
00:00:04: Nicht?
00:00:06: Echt?
00:00:07: Noch nie drüber geredet?
00:00:08: Nee.
00:00:09: Zeit wird's.
00:00:10: Schau dir die Piwis.
00:00:11: Das ist die Nenni Römer dazu gesagt.
00:00:12: Ja, du, ja.
00:00:14: Wie nie, wie nie.
00:00:16: Wirklich, weißt du nicht?
00:00:18: Fachwissen, eine Prise Neugier und eine ordentliche Portion Humor.
00:00:24: Moin und Servus bei Weines dir Hobby.
00:00:26: Wo wir wollen nicht nur genießen, sondern auch drüber sprechen.
00:00:29: Mögen die Gläser immer halb voll sein?
00:00:31: Moin und Servus.
00:00:33: Ihr seid wieder beim Podcast Weines dir Hobby gelandet.
00:00:35: Mein Name ist Sarah Plos.
00:00:37: Und ich bin Koli Gans.
00:00:39: Und heute nehmen wir euch mit in die fabelhafte Welt der so genannten Piwis.
00:00:42: Was Piwis sind.
00:00:44: Was das ist, wo das Herkorn, wie lang es das schon gibt.
00:00:46: Und wie lang es das vielleicht noch geben wird.
00:00:48: Dazu gibt es gleich einen hoffentlich ganz unterhaltsamen, exzellten,
00:00:52: exkurs. Aber erst mal Koli, wie geht es dir denn?
00:00:55: Wir haben Ende Januar, wir haben es fast geschafft.
00:00:58: Was haben wir denn geschafft?
00:01:00: Also danke mir, geht es gut?
00:01:02: Ach so, ist das so schlimm?
00:01:04: Ja, natürlich.
00:01:06: Ach so, ja, ich sehe das immer auf Instagram,
00:01:08: dass jeder immer so Rechnungen aufstellt,
00:01:10: dass das Geld so lange nicht da ist.
00:01:12: Und es alles grau in grau ist.
00:01:14: Also fühle ich schon auch, aber ich hatte den Krapfen, also mir geht es gut.
00:01:17: Toll, super.
00:01:19: Okay, finde ich immer schön, dass wir uns so, dass wir so viel gemeinsam auch haben,
00:01:23: wenn es so ...
00:01:25: Januar ist einfach die Hölle, wie kannst du das nicht verstehen?
00:01:29: Ich hasse diesen Monat, er ist lang, er ist kalt, er ist grau,
00:01:33: keiner trinkt, was ist das?
00:01:35: Also ich war Snowboard, ein Eishocker spielen.
00:01:39: Ich liebe es, ich ...
00:01:42: Ich will jetzt nicht da irgendwie was ...
00:01:45: Also weiß ich nicht, es möchte ja auch ein Klischee sein.
00:01:48: Aber da sind die Alpen halt schon fein.
00:01:51: Also es ist halt schön im Winter, weil das ist schon, also oft die Sonne da.
00:01:56: Cool.
00:01:57: Ich habe die, glaube ich, seit ich bei dir in München war,
00:02:00: in der Dezember auch nicht mehr gesehen.
00:02:02: Ja, und da, also er hat okay, da war es auch echt kalt, muss man sagen.
00:02:05: Aber es war sehr schön da, das Eishock schießen,
00:02:09: auch immer eine schöne Erinnerung.
00:02:12: Weißt du, was mein Highlight war bei meinem Münchenbesuch?
00:02:15: Das Eishock schießen nämlich an.
00:02:17: Nein, dass wir uns gegenseitig dasselbe geschenkt haben, ohne es zu wissen.
00:02:23: Man muss dazu sagen, wir haben seit bald ein und ein halb Jahren diesen Wein-Podcast.
00:02:29: Der Wein hat uns zusammengeführt.
00:02:31: Und ohne uns abzusprechen, schenken die Connie und ich uns gegenseitig zu Weihnachten eine Sache.
00:02:39: Ein Glas Artischocken.
00:02:41: Ja, einfach mit Random, jeder dem anderen ein Glas Artischocken in die Hand gedrückt.
00:02:45: Das finde ich so wunderschön, das war mein Highlight.
00:02:48: Ah ja, ich habe sie übrigens probiert.
00:02:51: Und sie waren nicht gut.
00:02:53: Ich muss sagen, sie sind für das, was man in Deutschland so bekommt, wirklich gut.
00:02:57: Gut, die sehen ja auch nicht aus Deutschland.
00:02:59: Ja, nein, aber so was der deutsche Händler importiert, ist eher immer so,
00:03:03: die sind schon sehr holzig oder was so, sie sind schon sehr cremig.
00:03:08: Wobei ich muss sagen, die, wo ich importiere,
00:03:11: ich bin jetzt quasi nicht wirklich professionell, aber wo ich die auch gegeben habe,
00:03:15: die sind schon auffallen cremig.
00:03:17: Also so gar nicht holzig.
00:03:19: Ja, es geht ja auch um die Geste, nicht um die Artischocke.
00:03:22: Ja, ich wollte dir auch viel weggeben, so fachlich als Austausch.
00:03:27: Weil vielleicht findet man ja was in heimischen Märkten.
00:03:31: Also die gibt es im heimischen Markt, in Hof, an der Sale, im Großmarkt, bei der Metro.
00:03:37: Ja, so schaut es nämlich aus.
00:03:39: Ja, die wissen, was gut ist die Leute da.
00:03:41: Ach, schön. Ja, gut, Januar haben wir fast geschafft.
00:03:44: Hattest du schon Krapfen?
00:03:46: Nein, weil ich seit drei Wochen krank bin, so wie gefühlt halb Deutschland.
00:03:50: Der stimmt oder denkt, der stimmt.
00:03:52: Ich habe keine Ahnung, was es ist oder warum es plötzlich so lange dauert.
00:03:56: Ich hatte sowas noch nie vorher, ich weiß auch langsam nicht mehr, was ich machen soll.
00:03:59: Aber naja gut, das passt zum Januar.
00:04:01: Ja, gut.
00:04:03: Mein Rant ist jetzt over.
00:04:05: Ich spah mir das jetzt.
00:04:08: Ich bin einfach froh, wenn die Nächte kürzer werden, die Tage länger und die allgemeine Stimmung.
00:04:14: Oh Gott, lass uns jetzt nicht über die allgemeine Stimmung.
00:04:17: Nein, nein, nein.
00:04:18: Nein, auf gar keinen Fall.
00:04:19: Nein, Januar ist einfach furchtbar, vor allem die letzten drei Tage.
00:04:22: So, da fällt mir jetzt auch gar kein guter Übergang an.
00:04:26: Ja, ich wollte gerade sagen, Pivis.
00:04:28: So, Punkt.
00:04:29: Lass uns doch mal in die Zukunft denken.
00:04:31: Haha, in die Zukunft des Weinbaus.
00:04:34: Denn auch da gibt es ja sehr viele Herausforderungen.
00:04:37: Und deswegen haben wir uns gedacht, das Thema Pivi, da kommst du nicht mehr drum herum.
00:04:41: Das ist keine Alltagsfliege.
00:04:42: Und da gibt es wahnsinnig viel zu wissen.
00:04:44: Und mit wem spreche ich dann natürlich lieber als mit dir.
00:04:47: Dementsprechend Conny, was ist denn jetzt Pivi?
00:04:50: Wofür steht das?
00:04:51: Ist das eine Abkürzung?
00:04:52: Ist das sexy?
00:04:53: Also, die Abkürzung ist leider nicht sexy, aber das ist halt in Deutschland oft so der Fall.
00:04:59: Dass man da nicht so kreativ sind.
00:05:02: Also, Pilzwiderstandsfähige Rebsorten sind Pivis.
00:05:06: P-I-W-I, meistens in capital letters, in irgendwelchen Texten niedergeschrieben.
00:05:13: Und es steht für Pilzwiderstandsfähige Rebsorten.
00:05:16: Sexy.
00:05:17: Super sexy.
00:05:18: In anderen Ländern, die vor allem Englischsprachig sind, heißen die, also Pionierrebe, pioneer,
00:05:25: Graves und das hört sich schon ein bisschen so zukunftsrechtiger oder fortschrittlicher an.
00:05:30: Wir sind halt bei der Pilzwiderstandsfähigkeit, weil genau da sind sie.
00:05:34: Okay.
00:05:35: Sie sind widerstandsfähiger gegen Pilzkrankheiten.
00:05:40: Und ja, wir haben in der heutigen thematischen Grundvoraussetzung, die sich stark verändert hat,
00:05:48: einfach mehr Pilzkrankheiten, die unsere Reben in Anfangstrichen bedroht.
00:05:54: Und drum ist es gut, Pilzwiderstandsfähige Re.
00:05:58: Das sind ja nicht komplett irgendwie safe gegen irgendwelche Pilzkrankheiten,
00:06:03: aber so nahezu haben die keine Probleme, wenn eine Pilzkrankheit irgendwie in den Weingärten rumschwirt, wie zum Beispiel.
00:06:12: Mehltauben.
00:06:13: Ja, genau.
00:06:14: Vielleicht kann sich noch an die Rosen erinnern, wo die unsere Eltern immer sehr liebevoll auch dann so
00:06:19: ganz den feinen Handarbeit zurückschneiden und sich dann immer wahnsinnig ärgern,
00:06:23: wenn die Blätter so ein bisschen mehlig werden wegen dem Mehltau.
00:06:26: Und du weißt vielleicht noch die natürliche oder altartümliche Alarmanlage in Weingärten?
00:06:32: Ja, die Rose.
00:06:33: Am Ende der Rebzeile.
00:06:37: Rebzeile, genau.
00:06:38: Weil wenn es der nicht gut geht, dann geht es dem Wein auch nicht gut.
00:06:41: Weil als erstes die Rose dem Mehltau haben wird und dann weiß man, oh oh Alarm Alarm.
00:06:45: Ja, das ist die natürliche Alarm Alarm.
00:06:48: Also, so sich die Fragen, ist das jetzt was Neues oder wo kommt das her?
00:06:53: Gab es diese Pivis schon immer?
00:06:55: Kennt man die?
00:06:56: Trinken wir die schon seit Jahren oder ist das jetzt etwas, was künstlich erzeugt wurde?
00:07:01: Also eine Pilzwiderstandsfähige Rebsorte ist im Herzen einfach mal eine neu gezüchtete Rebsorte.
00:07:09: Also es sind neue Züchtungen, die durch den Menschen definitiv mit einem Fokus auf Widerstandsfähigkeit
00:07:18: oder man kann auch andere Merkmale erarbeiten bei jeder Züchtung.
00:07:23: Willst du zum Beispiel, ich möchte mehr Ertrag, ich möchte mehr Frucht oder ich möchte was, was ich für andere positive Merkmale, was positiv ist,
00:07:31: sei es wo mal dahingestellt, das gibt es aber seit ungefähr 150 Jahren.
00:07:35: Ach was.
00:07:36: Das ist nicht etwas, was wir gerade erst wissen, sondern seit ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts wird sowohl in Europa als auch in den USA gezüchtet, erforscht.
00:07:48: Und vielleicht damals wahrscheinlich weniger aufgrund des Klimawandels, in dem wir uns befinden, sondern wahrscheinlich aufgrund der Vielfalt oder ich möchte noch andere Geschmäcker oder...
00:07:56: Das ist genau der Punkt.
00:07:58: Was ist der positive Merkmale?
00:08:01: Das ist mal, was wollte ich früher, was definitiv mehr Reife zu bekommen, weil wir viel kühler waren.
00:08:07: Du wolltest einfach, dass die Sachen früher reif werden und mehr Reife bilden, damit sie mehr Zucker haben und mehr nach was schmecken und vor allem was mehr Ertrag.
00:08:16: Okay.
00:08:17: Dieser Fokus hat sich definitiv verschoben und am Startpunkt war tatsächlich das Auftreten der ersten Krankheiten.
00:08:26: Und wir müssen nämlich wissen, dass wir ja erst sagen wir mal Mitte bis Ende des letzten Jahrhunderts, also Entschuldigung, des letzten Jahrtausends mittlerweile, also Mitte bis Ende...
00:08:40: Ja, je nachdem, also es gibt ja so verschiedene Ansätze, auf jeden Fall, sagen wir mal so um 1840, um es auf den Punkt zu bringen, waren die, wir hatten bis dahin kein Mehltau in Europa.
00:08:53: Okay.
00:08:54: Und da ging quasi, wenn wir so zurückrechnen, wir hatten diese Pilzkrankheit nicht.
00:08:58: Okay.
00:08:59: Aber durch den Austausch, der anfängt, möchte man sagen, der Globalisierung des internationalen Handels, kamen halt neben neuen Pflanzen oder neuen Rebsorten halt auch neue Krankheiten mit.
00:09:10: Und das sind vor allem Krankheiten aus Amerika.
00:09:13: Wir haben halt angefangen, da uns mehr auszutauschen.
00:09:16: Und so kam erst in diesen Jahrzehnten, 1840, 1850, der Mehltau.
00:09:21: Und dann fing man eben an, aha, oh, wir müssen da vielleicht mit Zucht oder mit Kreuzungen versuchen, eine Widerstandsfähigkeit hinzubekommen.
00:09:29: Und so fing es an, so dass wir überhaupt züchten.
00:09:32: Okay.
00:09:33: Nach dem echten Mehltau, den dann auch unsere heimischen Rosen leider haben und andere Pflanzen, kamen die Reblaus.
00:09:43: Wo kamen die ja auch von drüben?
00:09:46: Auch von drüben, muss ich mal sagen.
00:09:48: Und so zurückhalten, dass das hier nicht irgendwie, dass hier ein politisch kein Statement abgeht.
00:09:52: Nein, wir haben den bestimmt auch was geschenkt.
00:09:56: Aber das ist halt geben und nehmen.
00:09:59: Da kommt halt mal was mit, was mal passiert.
00:10:01: Und das ist halt diese kleine Reblaus, eine winzig kleine Laus, die vor allem quasi eine Wurzeln saugt.
00:10:07: Und da gibt es bis heute keine Lösung, weil du nicht ja quasi irgendwas in die Erde reinspritzen kannst,
00:10:13: diese Wurzelstöcke, also diese Wurzeln sauber sind oder die Laus irgendwie getötet werden,
00:10:19: weil du musstest ja den kompletten Boden infizieren.
00:10:22: Also aber die Lösung, auch hier wieder etwas zu kreuzen, in dem Fall zu propfen,
00:10:27: alle in Europa stehenden Reben sind ja amerikanische Wurzeln.
00:10:33: Also der Unterbau ist ein jeder Rebe, die gepflanzt wird in Europa seit der Katastrophe,
00:10:39: der Reblas-Katastrophe des 19. Jahrhunderts, amerikanisch, auf die eine europäische Rebshaut gepfropft wurde.
00:10:47: Der schaut jetzt, gell?
00:10:49: Ja, das habe ich noch nie gehört.
00:10:52: Nicht? Echt? Haben wir da noch nie darüber geredet?
00:10:55: Nein.
00:10:56: Zeit wird's. Schaut die Pivis.
00:10:58: Das ist die Römer dazu gesagt.
00:11:00: Ja, ja, ja, wie ich wäre wirklich, weiß ich nicht.
00:11:06: Okay, nee, das habe ich noch nie gehört.
00:11:08: Deswegen gucke ich gerade wie so ein Äffchen, wenn es blitzt.
00:11:10: Das ist echt so. Du schaust gerade genauso.
00:11:12: Also das ist tatsächlich, das ist Fakt.
00:11:14: Also wenn ich heute einen neuen Rebberg anpflanzen möchte, hat dieser immer eine amerikanische Unterlagsrebe nennt man,
00:11:22: also ist nicht mehr Wurzel echt.
00:11:25: Nur obendrauf ist quasi dann die Edelreis gepfropft von der europäischen Wittis viniferra,
00:11:32: so heißt unsere Edelrebe.
00:11:34: Und da ist zum Beispiel obendrauf der Riesling.
00:11:37: Aber die Unterlage muss amerikanisch sein, weil die Reblaus wurde nie besiegt.
00:11:43: Wir haben ja keine Lösung.
00:11:45: Was wir machen konnten ist etwas resistentes zu nehmen,
00:11:48: und das ist ja eine amerikanische Laus, die mit dem amerikanischen Wurzeln co-existieren kann.
00:11:55: Nur die europäer, ja, also die europäischen Wurzeln haben gesagt, ja was bist denn du?
00:11:59: Und die Laus so, hallo, und die hat halt, gritze, und die hat halt quasi dann schön die ganzen europäischen Wurzeln ausgesaugt.
00:12:08: Die amerikanische Wurzel kann co-existieren mit dieser Laus.
00:12:12: Also Lösung, alles muss auf amerikanischen Wurzeln stehen, weil die Laus kriegen wir nicht los, die ist jetzt da.
00:12:18: Und auch heute noch eben die Vorgabe, du darfst keine europäische Wurzellechte Rebe stellen,
00:12:25: weil die Laus ist ja da.
00:12:27: Du würdest sofort deinen Weinberg mit ziemlicher Sicherheit verlieren, weil die Laus sagt, hallo, gritze, hier sind wir noch.
00:12:34: Und unsere Rebe hat halt keine Widerstandsfähigkeit, die kommt damit nicht gut klar.
00:12:40: Und es gibt, und das habt ihr vielleicht auch schon mal als Weingesieherin und Weingesieher von jemandem gehört,
00:12:48: oder jemand hat euch empfohlen, ja das sind noch Wurzellechte Rebstöcke.
00:12:52: Leicht einmal gehört, ja.
00:12:54: Und das ist eben der Hinweis, oh krass, die hat die Reblers aus irgendeinem Grund nicht befallen.
00:13:01: Also wirklich noch original, so wie es schon immer in Europa stand.
00:13:06: Das kann passieren, weil die Reblers ist zwar sehr verbreitet, also wir reden wirklich von der gesamten Rebfläche Europas,
00:13:14: die Mitte des endenden Jahrhunderts bis zu 90% zerstört wurde.
00:13:20: Also wir waren kurz vor Aussterben für Wein.
00:13:25: Aber die Reblers mag zum Beispiel gar nicht Skiferstalllagen, mag sie gar nicht, finden sie gar nicht nice.
00:13:32: Wo haben wir also in der europäischen Welt sehr viel Skiferstalllagen, zum Beispiel Region Mosel, Saar und Ruwa.
00:13:41: Da findest du noch sehr viel Wurzellechte Rebstöcke.
00:13:45: Cool.
00:13:46: Ist das heutzutage so eine Art USP? Also wenn man jetzt Winze in dieser Region ist, womit man auch gerne Hausieren geht?
00:13:53: Das sagt man schon.
00:13:55: Verstehen, was das wirklich bedeutet, glaube ich, können die wenigsten, weil das ist schon eine gewaltige Vorstellung zu wissen,
00:14:02: dass wir um 1870, 1880, 1890 quasi egal wo wir in Europa waren, keine gesunden Rebstöcke mehr stehen hatten.
00:14:14: Die waren alle tot. Da war nichts mehr. Also ich glaube, wir können es nicht so erfassen.
00:14:19: Darum, der sagt natürlich gerne, oder die Winzerinnen hier, das sind noch unsere alten Anlagen, Wurzlecht über 120 Jahre.
00:14:27: Dann beeindruckt uns die Zahl 120 Jahre wahrscheinlich mehr als das, was wirklich geschichtlich bedeutet, dass es Wurzlecht ist.
00:14:35: Wow.
00:14:36: Okay, das war ja ein ganz schön schneller, tiefer.
00:14:40: Ja, aber das ist wichtig zu verstehen, wenn man über Züchtungen redet.
00:14:45: Wie es kam es dazu, dass man, ob das angefangen hat, ja, wir hatten eigentlich nur einen, in Anführungsstrichen, Feind der Rebe.
00:14:52: Und das war der Traubenwickler, den gibt es heute noch im Verhältnis zu Reblas.
00:14:56: Das ist ein süßer hässlicher Schmetterling.
00:14:59: Süßer hässlicher Schmetterling.
00:15:02: Ja, aber die Reblas ist ja wirklich eine Plar, also Wahnsinn.
00:15:05: Der Traubenwickler haben wir schon immer gut im Griff gehabt und dann kam plötzlich eben der Mehltau, der echte aus, aus Nordamerika.
00:15:12: Dann kam noch die Reblas dazu, die man ja lange nicht verstanden hat.
00:15:15: Man hat ja nicht gus, man hat ja eine Rebe angeschaut.
00:15:17: Also ich fasse zusammen, aus Amerika kommt nichts Gutes?
00:15:20: Ja, jetzt ist natürlich jetzt das für genau das Thema zu dem Zeitpunkt haben.
00:15:27: Das ist jetzt fast schon unangenehm.
00:15:28: Ich muss jetzt aber weiterreden, weil es gibt ja noch eine Rebkrankheit.
00:15:32: Und da ist auch noch neben dem echten Oidium Mehltau auch noch den falschen Mehltau.
00:15:38: Das ist einfach eine andere Variante.
00:15:41: Der Pilzkrankheit entsteht vor allem bei viel Feuchtigkeit, diese beiden Mehltau-Varianten.
00:15:45: Und jetzt ist eben ab diesem Zeitpunkt der ersten richtigen Schädlinge und Krankheiten, die Züchtungen verrangetrieben wurden.
00:15:54: Man hat das Verständnis mehr aufgebaut.
00:15:56: Man hat neue Genpuls angelegt.
00:15:58: Also es gab sehr wirklich Vorreiter vor allem in Frankreich, muss man sagen.
00:16:01: Sorry, weil das natürlich Frankreich schon immer ein Gewicht war.
00:16:05: Eine Macht war an Wein und plötzlich 90 Prozent des Weinzwecktes.
00:16:08: Das ist natürlich ein total Schaden gewesen.
00:16:11: Und das hat man in der damaligen Zeit nicht mal schnell mit irgendwelchen Online-Plattformen austauschen können.
00:16:16: Sondern es wurde ja über Jahre hinweg kommuniziert und erforscht.
00:16:19: Also es dauert.
00:16:21: Auf jeden Fall ist da ein wahnsinniges Wissen entstanden.
00:16:24: Sehr viele Züchtungen wurden gemacht und daraus kamen auch eben schon die ersten resistenten Rebsorten.
00:16:34: Und eben, wenn man so zurückblickt, dann Ende des 19. Jahrhunderts.
00:16:39: Da reden wir ja um 1900, 1900, vielleicht die Anfänge.
00:16:44: Mit 1905, 1910, also kurz vor dem Ersten Weltkrieg, waren die ersten Pivis quasi schon vorhanden.
00:16:53: Nur dann kam halt auch der Krieg.
00:16:56: Und das darf man auch wieder nicht unterschätzen.
00:16:58: Also da waren andere Themen wichtig.
00:17:00: Und so greift man heute noch auf diese sehr ursprüngliche Pivigenmaterial zurück.
00:17:08: Also diese ersten Widerstandsfähigkeit, Rebsorten, vor allem aus dem französischen Bereich, aber auch viel aus der Schweiz.
00:17:15: Ich finde das wahnsinnig spannend.
00:17:17: Das wäre jetzt mehr als 100 Jahre später quasi, also für mich wirkt es wie ein Thema, was jetzt ganz neu trendet und gehypt wird
00:17:25: und immer mehr in, nicht salonfähig, aber immer mehr in den alltäglichen Sprachgebrauch einreist.
00:17:31: Jetzt erzählst du mir, ja das ist gar nichts Neues, das gab es immer.
00:17:34: Aber wahrscheinlich haben sich jetzt einfach die Beweggründe auch, sowohl aus Konsumenten als auch Winzer*innen in Sicht geändert.
00:17:40: Warum braucht es Pivis?
00:17:42: Wo ich zu meiner nächsten Frage an dich komme, welche Rolle spielt das denn jetzt aktuell gerade?
00:17:46: So wenn wir über nachhaltigen Weinbaus sprechen?
00:17:50: Ja, es spricht eine sehr große Rolle, weil wie du richtig erkannt hast, die Sache selber ist nicht neu.
00:17:58: Nur der Fokus ist ein anderer.
00:18:00: Damals wollte man vor allem die Reblaus in den Griff kriegen, es hat mit Propfen geklappt.
00:18:03: Es ist ja nicht wirklich eine Kreuzung gewesen, sondern man tropft, man nimmt nur ein Unterlage her.
00:18:08: Die Sache mit Mehltau, da hast du ja viele Stellschrauben, die du als Weingut im Weinberg machen kannst.
00:18:14: Da muss ich nicht gleich die Rebsorte ändern.
00:18:16: Also, so nach dem Motto "bleib mal schön beim Cabernet im Bordeaux, der Riesling soll schön bleiben an der Mosel" und so weiter.
00:18:23: Also man bleibt bei dem alten Muster, weil man hat verstanden, diese departeten Pilzkrankheiten kriege ich auch anders weg.
00:18:28: Wie das Reblatt geschnitten ist, die Belüftung und so.
00:18:32: Nur das ist mittlerweile und natürlich, man darf es auch mal aussprechen, ein Pflanzenschutzmittel.
00:18:37: Und in der damaligen Zeit war halt auch, also in den Anfängen des Pflanzenschutzes war es nicht alles nur irgendwelche selbst angesetzten T-Escenzen,
00:18:46: wie so bei Demeter-Bioland-Betrieben, sondern da war halt sehr viel Chemie im Spiel, sehr viel Kupfer.
00:18:53: Und also quasi auch bis heute noch einen dererischen Mittel, wenn du konventionell anbaust, um eben diesen bis heute auch noch existierenden echten und falschen Mehlteilengriff zu bekommen.
00:19:10: Pilzkrankheiten per se entstehen, wenn, wie auch so in unseren, sag ich mal, Küchen es oft feucht und warm zugeht.
00:19:20: Also wenn etwas sehr reif ist und es eine Wärme hat, dann hat es halt die Eigenschaft, dass es schneller faul wird.
00:19:30: Wenn etwas sehr kalt gelagert wird, dann verlangsamen mehr alle mikrobiologischen Prozesse.
00:19:35: Sprich, wir haben durch die Klimaerwärmung andere Durchschnittstemperaturen, die Winter sind nicht mal so hart, insgesamt ist alles etwas zu warm.
00:19:43: Also erstens eine schöne Quelle für Pilz.
00:19:46: Ja, verschiedene Bakterien und Viren.
00:19:49: Und dann noch dazu wissen wir ja auch alle, wir haben extrem starken Regen, sehr viel, wir haben auch lange Trockenphasen, aber wir haben, wenn es regnet, immer sehr viel Wasser.
00:20:00: Und auf sehr warmem Boden oder wärmerem Boden sehr viel Wasser, sehr viel Feuchtigkeit und Feuchtigkeit, die nicht weg will, weil es in der Nacht so wenig auskühlt, also unsere Tag nachkält ist auch nicht mehr so extrem,
00:20:12: es ist eine Brotstätte natürlich, wenn da schöne Reife Weinbeeren in Weingarten hängen und die ganze Zeit mit einer feuchtwarmen Luft umgeben sind.
00:20:22: Also hoher Pilzdruck, das ist so der Ausdruck, den man so hört, wir haben halt mehr Pilzdruck, weil die Gegebenheit Pilzfördernd sind mittlerweile.
00:20:31: Und das ist nicht nur mal so in einem Weinjahr eigentlich, sondern sehr oft mittlerweile.
00:20:36: Also es ist nicht mehr die Ausnahme schon eher die Regel, diesen Jahresverlauf irgendwann zu haben, wo du sagst, oh jetzt ist wieder erhöhter Pilzdruck, jetzt müssen wir mal wieder spritzen.
00:20:46: Können wir das Pauschal schon auf nahezu alle Weinbaugebiete ummünzen oder gibt es jetzt Regionen, die da mehr oder verstärkt am Einsatz von Pivis arbeiten als andere?
00:20:59: Ja und nein.
00:21:01: Also insgesamt, wenn man sich das vielleicht so anhört, dann denken wir so oh mein Gott die Hütte brennt.
00:21:07: Also ja ihn tut sie und tut es auch wieder nicht.
00:21:10: Wenn wir so mit Wein gütern und Winzer reden, wir da so in die Denken halt so in 40 Jahren schritten.
00:21:15: Weil wenn ich in Weinberg pflanze, dann muss ich halt so generationsmäßig eine Entscheidung fast schon treffen, dass der wirklich die Ausbeute dann da ist.
00:21:22: Also man überlegt halt sehr schlau, was mache ich, was ist in 15, 20 Jahren und wo geht die Reise hin, wo kommen wir her, wie ist die Entwicklung, wo wir jetzt hingehen?
00:21:30: Ich finde das immer wieder an der Stelle kurz so beeindruckend, wie weit man vorausdenken muss im Weinbusiness.
00:21:37: Also man geht ja nicht einfach her pflanzen Wein und im nächsten Jahr hast du da den Millionen auf den Konto lehnt, sich zurück und die Reben wachsen und gedeihen perfekt.
00:21:44: Ich finde das so, ich habe da so keinen Respekt vor diesem Handwerker einfach und dieser Weizsicht, die man an den Tag legen muss.
00:21:51: Sorry.
00:21:52: Ja, und genau in diese Überlegung ist jetzt dieser PIVI Moment. Mache ich vielleicht doch eine Weinbergslage, die vielleicht jetzt nicht mehr so den Ertrag bringt oder ein bisschen müde ist oder da irgendwie auch nicht mehr, keine Ahnung, nicht mehr passt zu einem, kann ja auch geschmackstechnisch sein, vom Profil her setze ich vielleicht auf PIVI.
00:22:11: Einfach so, keine Ahnung, diesen Hektar nehmen wir jetzt her und machen jetzt eine neue Pilzwiderstandsfähige Rebsorte rein, weil wir dadurch einen sehr großen Faktor Richtung Nachhaltigkeit gehen und da geht es jetzt auf den Weg, da ist jetzt der Punkt, wenn ich nämlich eine, sag ich mal etablierte Traditionsrebene wie wir kennen, Silvana, Prisling, Merlot, Cabernet.
00:22:40: Dann habe ich natürlich viel zu tun, damit die eben nicht verfault, damit da eben keine Mehltauerkrankheit draufkommt, weil dann habe ich einfach einen Verlust, das funktioniert nicht, aber die Welt hat sich halt verändert.
00:22:54: Darum muss ich da mehr arbeiten, also ich muss öfters in dem Weinberg vielleicht wie früher und ich muss halt sehr fein arbeiten. Das bedeutet aber teilweise auch, ich muss mit einem Traktor rein.
00:23:06: Dann ist schon wieder so CO2-Emissionen, Bodenverdichtung, solch eine Frage sind halt das.
00:23:11: Insgesamt die Energie, einem Pflanzenschutz ja zu bekommen, also Pflanzenschutz muss ja hergestellt werden, das sind ja auch lauter Energie, also in der Wertschöpfungskette, ist ein Aufwand.
00:23:22: Das kriegst du mal schnell.
00:23:24: Ja, das muss ja irgendwo gemacht werden mit irgendwelchen Sachen und Erhitzungen und das bedarf ja alles Energie.
00:23:30: Und das sind halt so Faktoren. Du brauchst bei den Pilzwiderstandsfähigen Geräbsorten massiv weniger davon. Heißt, du hast weniger CO2-Emissionen, weniger Pflanzenschutz, den du ausbringen musst, heisst auch weniger, vielleicht Bodenverdichtung, auch wenn du es mit der Handpumpe rein bringst, du hast halt weniger Arbeitstunden.
00:23:51: Also du bräuchtest per se weniger Mitarbeiter, du schaffst es alleine.
00:23:56: Wenn du Familienbetrieb bist, du brauchst jetzt nicht noch jemand extra, den du bezahlen musst, du musst ja irgendwie schon so schauen, dass du über die Runden kommst.
00:24:04: Also es sind lauter Faktoren, dass wirklich ein massiver Vorteil ist und hinsichtlich Nachhaltigkeit natürlich perfekt ist und auch Biodiversität fördert.
00:24:14: Weniger Pflanzenschutz bedeutet mehr Vielfalt möglich, weil für die eine Pflanze ist gut, das heißt aber meistens, dass für eine andere Pflanze nicht so gut ist, wenn ich einen Mittel einbringe.
00:24:26: Genau, also wie siehst du.
00:24:29: Wenn ich jetzt so, wie ich gar keine Ahnung habe, wie kann ich mir das jetzt vorstellen?
00:24:34: Ich bin Winzerin und interessiere mich dafür und sage, okay, ich möchte, ich möchte jetzt, ich habe die Entscheidung getroffen für den nächsten Jahrzehnte, ich möchte da ein Fokus draufsetzen, ich möchte jetzt auch Pivis quasi in meinen Weinbergen haben.
00:24:49: Gibt es dann einen Pivisupermarkt oder wo gehe ich hin oder gehe ich selber ins Labor oder ist mir dabei wünscht ihr was oder gibt es gesetzregulierte Pivis, die man nutzen darf, wie funktioniert das?
00:25:01: Wo kommt die denn her jetzt, meine Pivi?
00:25:03: Genau, schlau, wo kriegt man eigentlich seine Pivi her?
00:25:09: Rebschule ist da das Stichwort.
00:25:11: Rebschule?
00:25:12: Es gibt wie eine Baumschule, es gibt es ja auch für Reben und ...
00:25:17: ... eine Baumschule hast du gehört?
00:25:19: Ja.
00:25:20: Also es gibt auch eine Rebschule.
00:25:23: Okay.
00:25:24: Kann man, wenn man mal Interesse hat, so was ist auch einfach schön zum Anschauen, einfach mal gucken, wo man in der näheren Umgebung vielleicht eine Rebschule hat und es sieht man anschauen, da sieht man auch das ganze Propfen, Omega Schnitt wahrscheinlich und so weiter und so fort.
00:25:38: Dort kaufe ich als Weingut, egal ob Pivi oder, sag ich mal, Traditionsrebsort.
00:25:44: meine Reben. Ich muss ja, wenn ich ein Hektar bestücke, keine Ahnung, mal kann man locker mal mit bis zu
00:25:50: 10.000 Setzlinge bestocken. Also wo kriege ich denn diese Setzlinge her aus einer Rebschule? Und da
00:25:58: gehe ich dann hin und tatsächlich wie in einem Katalog und sage, ja ich hätte jetzt aber gern
00:26:03: Cabernet, Sauvignon, mit dem und dem Klondnummer. Das ist jetzt aber sehr spezifisches Wissen,
00:26:10: wo ich persönlich manchmal auch mir denke als Sammelier bis zum Gewissengrad kenne ich mich
00:26:16: aus, aber wir müssen jetzt auch nicht wirklich jedes Detail wissen. Aber es gibt wirklich Unterschiede.
00:26:21: Nicht Cabernet ist auch Cabernet, nicht jede Rebschule ist gleich. Da gibt es Referenzen,
00:26:27: da gibt es Weingüter, die sagen, ich kaufe nur bei den französischen Rebschulen. Es gibt Weingüter,
00:26:32: die sagen, nein, hier, die heimischen hier, was ist echt wo, die sind die besten für unsere
00:26:37: Region. Also da kannst du wieder eine Welt eröffnen, du merkst schon. Und der Piwi würde ich dort auch
00:26:43: holen. Und ich kann jetzt nicht jede Neuzüchtung plötzlich hernehmen. Ein Prozess eine Züchtung
00:26:51: zu haben, die die Anforderungen erfüllt, die ich haben wollte, eine Widerstandsfähigkeit und die
00:26:57: Qualität erfüllen, das ist die Schwierigkeit. Und darum ein Prozess von der erster Versuch bis
00:27:04: es wird irgendwo eingetragen, kann locker 30 Jahre dauern. Und das ist normal, dass ich 30 Jahre
00:27:11: forsche und züchte und versuche und weiß, was ich will, versuche, mache, mehrere Hundert kann
00:27:16: ich mir vorstellen. Und dann funktioniert eine einzige, die dann geschmacklich überzeugt und die
00:27:21: wird dann beobachtet und der Versuchsanbau erst angebaut, geerntet, weint herausgemacht und
00:27:27: nur dann wird sie in die Rebbücher aufgeschrieben. Das heißt erst dann ist sie zulässig. Das kann
00:27:35: also wirklich 40 Jahre locker dauern. Ich kenne mich ja dann jetzt mit den Zahlen dahinter nicht
00:27:40: aus, aber ich kann erahnen, dass das dann für einen Winzer oder eine Winzerin auch eine ganz
00:27:45: schöne Investition ist. Ja, also. Die Entscheidung. Genau, was so eine so eine Pflanze kostet und
00:27:54: alles meintste. Wenn ja so viel Forschung dahinter steckt. Das sind schon alles Entscheidungen. Wir
00:28:01: machen in Deutschland ungefähr aktuell, ich würde mal so sagen, 3% PIVI Anbau. Nur. Ja, also es ist
00:28:12: absolut noch Randprodukt, möchte ich mir sagen. Also tendenzieigend. Aber wir sind noch an den
00:28:21: Anfängen, weil man zögert. Man hat noch nicht so viel Erfahrung. Wir reden zwar von 150 Jahre
00:28:29: Erfahrung mit Rebzüchtungen und ich sage mal, seit den 50er/60er Jahren auch vermehrt gegen
00:28:35: Pilzwiderstandsfähigkeit. Also davor war das Rebhaus das Hauptproblem. Aber jetzt geht es wirklich
00:28:41: klimatischen Voraussetzungen sehr wuchtig und seit jüngster Zeit erst ist wirklich so der Mut da,
00:28:47: den Schritt zu gehen. Und da fehlt vielen wahrscheinlich, wenn man so mit ihnen redet, auch
00:28:55: so ein bisschen so, ja, es ist eine Änderung da, aber wir haben ja noch viele andere Möglichkeiten,
00:29:03: bevor ich den Rebberg rausruf und eine neue Sorte stellen muss. Verstehst? Man muss noch nicht
00:29:10: so massiv eingreifen in die Rebsortenstruktur, weil man mit vielen anderen winzertechnischen
00:29:17: Schritten noch arbeiten kann. Ich will jetzt nicht sagen, dass man mit der Chemieköllere
00:29:21: gar nicht, sondern einfach wirklich ein bisschen höhere Anbau. Also wirklich vom Wurzelboden bis
00:29:28: wo kommt die erste Bäre? Da kannst du einfach da, wenn du da ein bisschen höher gehst, hast du
00:29:33: schon eine andere Voraussetzung wieder. Du bist kühler. Weil die Bodenluft, je weiter du hoch
00:29:38: gehst, natürlich kühler wird. Also du siehst, da gibt es noch so viele kleine Stellschrauben,
00:29:42: dass die Rebsorte selber zu ändern ist eine davon. Okay, okay. Das bringt mich gleich zu meiner
00:29:49: nächsten Frage. Ganz oft, wenn etwas, gut, das ist ja jetzt nichts Neues, haben wir schon gelernt,
00:29:56: aber es ist jetzt relativ neu in vielen jungen Köpfen dieses Schlagwort "Pivis". Und immer wenn
00:30:02: etwas Neues um die Ecke kommt, dann gibt es ja immer erstmal eine Reaktion und ganz oft ist so,
00:30:06: nein, das haben wir schon immer so gemacht, da brauchen wir jetzt nichts Neues. Wie ist denn jetzt
00:30:10: erfahrungstechnisch dein Akzeptanz generell in der Weinwelt, sowohl auf Konsumentenseite,
00:30:16: als aber auch auf Aussicht der Winzer*innen? Konsumentenseite ist die meiste Reaktion "Hey,
00:30:23: was? Pivi, was?" Also die haben einfach, der Konsument weiß von dem noch nichts.
00:30:28: Ist Pivi jetzt in 225 das, was der Patnard in 23 war oder? Ich würde sie wünschen.
00:30:35: Die nächste Sau, die wir durchs Dorf jagen. Ja, nee, also hoffentlich nicht die Sau,
00:30:40: nicht so eine Luganasau oder so. Aber ich glaube, dass er noch nicht den Fame bekommt,
00:30:45: wie Patnard zu kurz, zu schnell. Aber ich hoffe, dass er bald mal so richtige Aufmerksamkeit hat,
00:30:49: weil wir reden schon von 80 Prozent weniger Energie, weniger Bodenverdichtung. Also das ist
00:30:54: quasi nachhaltig trinken. Besser kann man eigentlich eine Biodiversität und Nachhaltigkeit
00:30:59: nicht fördern, als dass man auch solche Rebsorten mal probiert. Es ist aber dann am Ende vom Tag,
00:31:04: am Ende wirklich so schmeckt es oder nicht. Aber ist mal, es überhaupt zu wissen, dass es gibt,
00:31:09: das wäre schon mal der erste Schritt, der, der finde ich, der Pivi noch nicht hat. Aber ja,
00:31:16: doch, seit einem Jahr muss ich sagen, ist es nicht nur ein Nase Rümpfen so mit "Hey, was?" Sondern so,
00:31:22: "Ah ja, genau, da war doch was." Also die haben noch viel zu tun. Wir reden aber immer noch von 3
00:31:28: Prozent Anbau in Deutschland. Sprich, du kannst dir vorstellen, viele Winzer*innen und Winzer gibt es
00:31:33: nicht, die das voller Überzeugung sagen, "Hey, Pivi, Pivi, Pivi, Pivi, Pivi, das sind wenige,
00:31:39: die da halt eine Bühne haben." Also Pivi hat noch keine Lobby. Genau, das ist ungefähr so wie die
00:31:47: Gastronomie, in Deutschland hat "Nope". Aber ich muss aufnünschen. Nee, vergesst es, also Pivi hat
00:31:56: keine Lobby. Pivi ist ungefähr so, also despektierlich gemeint, aber man muss es halt einmal aussprechen.
00:32:03: Man kennt ja vielleicht so Mim, so wie sich El-Point-of-View, wie sich die Eltern vorstellen,
00:32:08: wenn ich sage, ich bin Vegetarierin. Also irgendwie so, so Vegetariermusik und irgendwie so, so ungefähr
00:32:13: ist Pivi in der Weinfeld. Es stimmt so nicht. Aber ja, die Bildwiderstandsfähige Ripsorte,
00:32:25: die brauchten noch ein bisschen Sexiness drum. Es gibt einen Verein, der heißt mittlerweile
00:32:29: Zukunftswein, um da ein bisschen Sexiness einzubekommen. Die machen wir in awareness-Kampagne
00:32:34: für den Pivi. Ja, da ist ein bisschen irgendwie jemand mal stehen bleibt zumindest. Stark.
00:32:40: Jetzt hast du wahrscheinlich, wir hatten es in der letzten Folge ja auch schon, da hattest du
00:32:45: mit Sebastian auch kurz irgendwie so ein paar Ripsorten. Du habt ja so ein Name-Dropping betrieben.
00:32:50: Ich muss sagen, ich kenne all diese Ripsortennamen noch nicht. Bitte Nummer eins, magst du mir so die
00:32:56: bekanntesten Pivi-Ripsorten hier einfach mal nennen, damit man es mal gehört hat? Ja, im weißen Bereich,
00:33:02: im weißen Bereich, gibt der weiß und rot natürlich, ist es der Cabernet Blanc. Wir kennen ja den
00:33:14: Cabernet Sauvignon, wir kennen den Cabernet Franç. Und eine Pivi-Ripsorte weiß aber eben wie Blanc ist
00:33:22: der Cabernet Blanc. Das ist tatsächlich auch geschmacklich sehr nah an einem Cabernet Sauvignon
00:33:30: und das ist einer der Teile der Züchtung. Also was macht ein Cabernet Sauvignon, wenn ich
00:33:37: im Glas hab aus, also ja es ist oft ein bisschen schwierig zu denken, dass ein rote Basis sein
00:33:43: kann, aber es ist ein weißes Endergebnis. Bei der Züchtung ist aber der rote Cabernet Sauvignon
00:33:49: quasi der eigentliche Charakter geschmacklich, das ist der Blick gewesen diesen Charakter
00:33:54: einzufangen und wenn ich einen roten Cabernet Sauvignon im Glas hab und er aus einer relativ
00:33:59: kühlen Ecke kommt, also unsere Breiten gerade ungefähr, dann hat er immer so ein Paprikanton,
00:34:04: also immer sehr gewürzig, sehr vegetabil, bisschen grüne Paprika, bisschen grünes Gras und dann
00:34:10: trotzdem halt natürlich seine Würze, seine Rotfleischigkeit und bei dem Cabernet Blanc
00:34:15: habe ich das gefühlt auch in der Nase, sehr vegetabil, grüne Paprika, bisschen dieses
00:34:26: Stachelberne, grünes Gras, aber natürlich ist es am Ende vom Tag ein weißer Wein, also
00:34:31: er hat dann wirklich auch exotische Frucht, eine schöne feine Säure, bisschen litisch,
00:34:35: bisschen Maracuja, hört sich nice an, es ist auch eine wirklich schöne Rebsharte, gefällt
00:34:40: mir gut, muss mal probieren. Also der Cabernet Blanc ist so einer der, wo wirklich sich
00:34:45: etabliert hat mittlerweile. Kannst du mir da aus dem Stegreif mal irgendein Weingut nennen,
00:34:50: wo ich mir da mal eine Flasche holen könnte, einfach weil ich weiß mich interessiert?
00:34:53: Jetzt hast du mir natürlich erwischt. Schreiben wir in die Show Notes.
00:34:58: Ja, ich muss da ein bisschen wer welche Sorten hat, also ich habe ein paar Weingüte, aber
00:35:03: ich weiß nicht ob, jetzt will ich nichts Falsches sagen, wir schreiben es drauf.
00:35:07: Wir schreiben mal eine Probierempfehlung später in die Show Notes.
00:35:09: Ja, dann machen wir zwei, weil die nächste Rebsharte feier ich sehr.
00:35:13: Erzähl.
00:35:14: Weil weiß mein, bisschen weiß auch nicht über den Namen, aber Johannita.
00:35:19: Das klingt so deutsch.
00:35:21: Und da ist sie auch vor allem zu Hause.
00:35:25: Wo genau denn?
00:35:28: Sehr erfolgreich am Bayerischen Bodensee.
00:35:32: Oh Mensch.
00:35:33: Aber halt auch am Bodensee allgemein, die Wartenwerden haben ja auch ein bisschen Bodensee.
00:35:37: Sei es ihn vergönnt, aber der Bayerische Bodensee.
00:35:40: Und da gibt es einen Weingut, das hatten wir in der letzten Sendung ganz kurz angesprochen,
00:35:45: das ist der Benjamin Lanz und der Junge hat halt gesagt, so Mama, Papa ungefähr.
00:35:50: Ich übernehme jetzt hier die Laden, also ist ein schöner, alter, kleiner Weinbaubetrieb,
00:35:55: die haben aber auch viel Obst am Bau und er hat dann, der ist keine Ahnung, ich glaube
00:35:58: nicht mehr 30.
00:35:59: Und er hat gesagt, ich mache gerne einen Wein weiter, aber wir machen 100 Prozent
00:36:04: PV.
00:36:05: Und so hat er angefangen.
00:36:06: Das ist eine der wenigen Betriebe, die von Anfang an gesagt hat, 100 Prozent.
00:36:10: Und sein Johannita, das ist sowas von nice, das ist Riesling im Herzen.
00:36:16: Also die Rieslingrebsorte wurde hier wieder genommen, um zu sagen, das ist ja charakterlich
00:36:21: so schön, das Widerstandsfest zu bekommen, das wäre das Ziel.
00:36:24: Mit Johannita, Kreuzung war es so, ich wieviel Tausendste, hat es geklappt.
00:36:29: Also ein intergebendes Johannita.
00:36:31: Und diese Quitte, Limone, also typisch dieser saftige Apfel, was Riesling hat, mega nice.
00:36:38: Super Säurestruktur.
00:36:39: Ich schätze es echt, dass ich im Januar um 11 Uhr 55 auf nüchternen Magen ein Wein trinken
00:36:44: will.
00:36:45: Weil es gut ist.
00:36:46: Weil es gut ist.
00:36:47: Weil es gut ist.
00:36:48: Weil das klingt wirklich sauberhaft, das schreiben wir nicht mal raus.
00:36:52: Cool.
00:36:53: Also da will ich unbedingt, also das ist eine Probierempfehlung ganz vorne.
00:36:56: Und dann gibt es noch Rebsorten wie Solaris, Souveniac.
00:36:59: Das sind so ein bisschen international angebaut Rebsorten Souvenigri.
00:37:05: Sie werden sehr, also du merkst den französischen Background, es ist sehr viel aus dem Genpool
00:37:11: der französischen Urzüchtungen von vor 150 Jahren hier.
00:37:15: Was aber offensichtlich diese Widerstandsfähigkeit hat.
00:37:19: Kurze Frage, gibt es da irgendwie ein System?
00:37:22: Jetzt für mich als Lein, wenn ich habe Cabernet Blanc, weiß ich dann immer okay.
00:37:25: Also nimmt man bewusst quasi immer den Namen der Ursprungsrebsorte an den Anfang, gibt
00:37:32: es da irgendein System oder ist das Zufall jetzt?
00:37:34: Das ist Zufall, da muss ich wieder mal enttäuschen, da kann ich leider keinen guten Rhythmus mitgeben.
00:37:39: Weil es ist auch immer so, dass manche sich ja natürlich auch verehrigen wollen.
00:37:44: Also oft hast du auch irgendeine Verbindung von dem Züchter, der erfolgreich da was
00:37:48: gemacht hat.
00:37:49: Wer war der sehr reagent?
00:37:51: Ah gut, ich wollte gerade zu den roten Rebsorten gehen und da ist allen voran natürlich der
00:37:59: wunderbare "Regent" von 1967.
00:38:02: Institut für Rebsüchtern, Geilweiler Hof hat es geschafft.
00:38:07: Okay.
00:38:08: Warum "Regent" fragt mich nicht, keine Ahnung.
00:38:11: Ich dachte, da gibt es voll die coole Background-Story.
00:38:13: Nee, gar nicht, ich finde einfach schon diese, also gibt es vielleicht, die kann ich tatsächlich
00:38:18: jetzt nicht.
00:38:19: Da ist tatsächlich "Syvanna und Müller-Tourgau", also die zwei Weißen gekreuzt worden plus
00:38:26: eine super unbekannte, brauchste eigentlich sonst nicht, aber widerstandsfähige Rebsorte,
00:38:33: aber geschmacklich anscheinend für nichts zu gebrauchen, die heißt "Chamboursin".
00:38:37: Kann man sofort wieder vergessen, hört sich super an, kann sofort wieder vergessen und
00:38:42: rausgekommen ist dann "Regent".
00:38:44: Also das hat da Geilweiler Hof so genannt, 1967 wurde sie dann anerkannt und seitdem
00:38:50: steht die gerne auch in Deutschland, weil das ist so eine der ersten Pivis und da muss
00:38:55: man sagen, in die 70er Jahre, seitdem steht die da.
00:38:59: Das ist geschmacklich solide, es gibt mittlerweile, finde ich, feinere Rebsorten oder spannende
00:39:07: Rebsorten, ich möchte die "Regent" nicht kleinreden, weil er schon so lange da ist,
00:39:11: probiert es mal.
00:39:12: Also da steckt ja auch was dahinter, wenn du hergehst und das Ding "Regent" nennst,
00:39:16: da denkst du dir eher was dabei, das impliziert dir was.
00:39:19: Ja, er ist sehr tief in der Farbe, er hat tiefrote, gerbstoffreiche Weine, also er ist
00:39:26: wirklich ein stolzer roter Wein.
00:39:29: Ich kann mir denken, da wollten sie halt sagen, hier, Chef.
00:39:34: Ja, okay.
00:39:35: Aber ich finde, es ist eine der ältesten Rebsorten, die anderen, da reden wir alle so
00:39:40: 91.
00:39:41: Jetzt hast du ja viel getrunken in deinem Leben.
00:39:45: Das stimmt allerdings.
00:39:46: Und ich vermute, du hast auch sehr viele Pivis schon verkosten können.
00:39:51: Ja.
00:39:52: Für mich als Leier jetzt lohnt es sich, mal die Augen offen zu halten, kann ich da sehr
00:39:58: viel meinen Geschmacksprofil erweitern oder kann man Pivis jetzt eher so ein bisschen
00:40:03: als Geschmackskopien betrachten?
00:40:04: Lass uns mal in die Geschmacksprofile gehen.
00:40:07: Also ja, man kann einfach neue Weinarten für sich entdecken, also nicht Weinarten, sondern
00:40:14: Weinprofile.
00:40:15: Profile.
00:40:16: Ja, Stile, Profile.
00:40:17: Das ist einfach wie wenn ich noch nie beim Leben Silvana getrunken habe.
00:40:21: Dann probiere ich Silvana.
00:40:22: Da kannst du auch sagen, ich habe noch nie in Cabernet Blanc probiert, probiere einfach
00:40:26: Cabernet Blanc.
00:40:27: Du erkennst jetzt nicht beim reinröchenden, ach Pivi.
00:40:29: Gut, das ist meine nächste Frage.
00:40:31: Das passiert nicht.
00:40:32: Aber das ist doch gut.
00:40:33: Das ist schön.
00:40:34: Man muss nur dieses Pivi eigentlich weglassen.
00:40:38: Also wir sind jetzt gerade in der Phase, wir müssen drüber reden, weil man natürlich
00:40:43: sagen könnte, brauchen wir es nicht, aber wir haben halt den Neverchanger Running System,
00:40:47: die Traditionsnäbchen.
00:40:48: Ja, man kann halt bald kein Wein mehr.
00:40:50: Ja, aber das ist sehr, sehr teuer und sehr kaputte Weinberge.
00:40:53: Also das hat ja alles ein viel komplexere Zusammenspiel.
00:40:57: Also was wollte ich sagen?
00:41:00: Teufel ich vergessen.
00:41:02: Geschmacksprofile erweitern.
00:41:04: Dazu lernen, wir sind gerade an einem Punkt, nehmen wir das mal an.
00:41:08: Jetzt müssen wir das noch erklären.
00:41:09: Aber ich wünsche mir, dass wir bald einfach so sagen, wir reden einfach so, boah, letztens
00:41:13: habe ich einen guten Cabernet Blanc gehabt oder hier, boah, der Johanniter vom Kollegen
00:41:17: XY, der war super.
00:41:18: Oder hier, der Regent von der Silvia, war mega, dass man das nicht mehr zum Thema macht.
00:41:23: Aber jetzt müssen wir halt noch drüber reden, damit wir weiß, was das bedeutet, was der
00:41:26: Hintergrund ist.
00:41:27: Das wissen wir jetzt.
00:41:28: Und jetzt geht es einfach nur entdecken für gut oder schlechte Empfinden, weil schmeckt
00:41:32: oder schmeckt nicht.
00:41:33: Aber ansonsten ist es einfach nur eine Züchtung.
00:41:36: Es gibt schon immer Züchtungen seit 150 Jahren.
00:41:39: Meine Frage jetzt an dich persönlich, was glaubst du, woher kommt?
00:41:45: Also es ist ja etwas Natürliches, etwas Neues, wurde erst mal abgelehnt, klar.
00:41:49: Aber warum, woher glaubst du, kommt das jetzt speziell auf Pivis bezogen?
00:41:54: Ist das, weil man denkt, nee, das ist mit Menschenhand modifiziert.
00:41:58: Ist das nicht mehr 100 Prozent die Natur, die uns diesen Verein gibt?
00:42:02: Oder woher kommt diese erste natürliche Ablehnung?
00:42:04: Ich glaube deswegen, sodass wir so reinfummeln, jetzt wieder hier Gott spielen wollen.
00:42:09: Aber wenn ich so was sage wie Müller-Turgau, ich glaube, das ist eine Rebsorte, die kennen
00:42:13: sehr viele, das ist eine Züchtung.
00:42:15: Scheurebe kennen auch sehr viele, ist eine Züchtung.
00:42:18: Bachus kennen auch sehr viele, ist eine Züchtung.
00:42:21: Also wir haben ja schon längst sehr viele Züchtungen.
00:42:24: Nur ist das mal eine hier, mal eine da, mal eine dort, also über 150 Jahre gesehen.
00:42:31: Jetzt kommt es halt sehr geballt und konzentriert, vor allem mit dem Aspekt.
00:42:37: Klimatische Voraussetzungen haben sich geändert, Widerstandsfähigkeit.
00:42:42: Jetzt kommt es halt zu viel und das immer schon wieder so um Gottes willen.
00:42:44: Jetzt wär mal hektisch, so ungefähr.
00:42:48: Okay, mein letzter Punkt, weil ich glaube, wir müssen hier auch langsam mal einen Cut machen.
00:42:51: Das war ja schon sehr, sehr viel.
00:42:53: Ja, es ist...
00:42:54: Insofern hier.
00:42:55: Ja?
00:42:56: Aber was mich natürlich interessiert, als ich in das leihenhafte Wine Game mit dir eingestiegen
00:43:00: bin, eines der ersten Dinge, die du mir gelernt hast, war, wir gehen ja wieder nach Frankreich,
00:43:05: woher sonst?
00:43:06: Was wird's wie AOP, AOC?
00:43:08: Meine nächste Frage an dich, welche Herausforderungen gibt es denn jetzt, wenn wir uns auf Peebies
00:43:14: fokussieren, gesetzlich?
00:43:15: Sehr nice Sache.
00:43:18: Es ist so, dass man sich das anschaut und eine AOP oder AOC oder auch eine italien DEOP
00:43:27: oder DOCG oder DOC, die müssen sich ja immer erst sicher sein, dass es im Sinne der Qualität
00:43:33: und zukunftsträchtig ist.
00:43:35: Auch bei Rebsorten sicher sein.
00:43:38: Es gibt auch Verschlüsse und so.
00:43:40: Das wird ja alles immer erst mal geprüft, geprüft.
00:43:42: Und so ist es Stand heute, dass wir, zum Beispiel in der Champagne seit, ich glaube, es ist seit
00:43:51: 2022 eine Peebie in der Qualitätsbeschreibung mit aufgenommen haben.
00:43:58: Ach was.
00:43:59: Das wird natürlich jetzt noch nicht groß kommuniziert, weil jetzt heißt es im Gesetzestext, es
00:44:05: ist ja immer mit dem Weingesetz des Landes dann wirklich verbunden.
00:44:09: Das ist ja quasi der Präzedenzvoll.
00:44:11: Ja, einer der ersten, sag ich mal prominentesten Weinbauregionen der Welt hat jetzt seit unter
00:44:19: Vorbehalt, so schreibt man es dann im Text, für die nächsten zehn Jahre einen Versuchsambau
00:44:27: zugelassen.
00:44:28: Heißt, ich darf als Weingut für in meinem Weingärten bis zu 10 Prozent Rebfläche, ich
00:44:37: glaube es sind 10 Prozent nicht erschlagen, maximal auf jeden Fall Peebie in meinen Weinberg
00:44:42: stellen und dann am Ende in meinen Champagner mit maximal 5 Prozent Anteil mitblenden, also
00:44:50: mit einarbeiten.
00:44:51: Aber das finde ich ja wahnsinnig cool.
00:44:53: Und in zehn Jahren wird dann überprüft, was sind unsere gemeinsamen Langzeiterfahrungen,
00:44:58: was sind die geschmacklichen Profile und man hat dann natürlich auch schon zehn Jahre
00:45:02: wirklich vor Ort angebaut und weiß, funktioniert wirklich oder ist in der Realität anders,
00:45:08: wie wir uns das vielleicht in der Rebschule vorgestellt haben oder in der Forschungsanstalt,
00:45:11: weil ob ich jetzt in Piemont bin, ob ich jetzt in Bordeaux bin, ob ich in Riocha bin, ob
00:45:16: ich in der Mosel bin, es gibt ja immer vor Ort Forschungsanstalten, die halt vor Ort
00:45:21: in den Anbau gehen und wirklich nur vielleicht vier Rebzahlen für was anbauen.
00:45:24: Und wenn die sagen, ja da kristallisiert sich was raus, das ist schlau, dann wird es quasi
00:45:29: beantragt oder halt gemeinschaftlich beschlossen, dann geht es nochmal in den, sag ich mal Praxistest.
00:45:37: Und nach zehn Jahren, also 2032, werden wir vielleicht eine Neuigkeit haben, dass der
00:45:44: Versuchsanbau erfolgreich, als erfolgreich abgestempelt wurde und wir dann eine neue
00:45:49: Rebsorte namens, in dem Fall ist es Voltis in der Champagne, als neue Rebsorte haben,
00:45:57: die zugelassen ist.
00:45:58: Das ist halt dann eine Zukunftsrebe, Zukunftswein in der Champagne.
00:46:01: Aber da bin ich ja gerade wahnsinnig froh, das zu hören, weil wenn quasi hier diese
00:46:06: Entscheidungen getroffen werden, dann ist das ja auch ein Anreiz oder dann sehen andere
00:46:10: Winzer*innen ja, dass das nicht unbedingt, dass du dir nicht ins eigene Bein schießt,
00:46:14: wenn du dich auf etwas nachhaltiges oder zukunftsweisen, das fokussieren möchtest.
00:46:19: Ne, absolut, das ist tatsächlich einfach nicht mehr wegzudenken, das Thema.
00:46:24: Also was in den Weinbauregionen und den Anstalten und dem Hintergrund passiert,
00:46:28: ist ganz klar, das ist ein wichtiger Schlüssel, den wir haben, den dürfen wir nicht übersehen
00:46:32: und da wird dafür viel gemacht.
00:46:34: Also das ist ein ernstes Thema.
00:46:37: Und ja, es wird schon auch in Bordeaux haben sie eine neue Rebsorte jetzt zugelassen,
00:46:42: alles wie unter Vorbehalt, Versuchsweise zum Teil.
00:46:45: Und so passiert es, ja, weil der will schon immer sich da raus nachgucken.
00:46:52: Nicht, dass wir was Falsches erzählen.
00:46:53: Ja, ich will nichts Falsches erzählen.
00:46:55: Warum klingen denn viele dieser Rebsortennamen nach Sternennamen oder nach neuen Planeten?
00:47:01: Echt?
00:47:02: Ja, es stimmt.
00:47:03: Solaris, Voltis, Muscaris, ich weiß es nicht.
00:47:08: Absolut keine Ahnung.
00:47:10: Ich stelle heute viele Fragen.
00:47:12: Ja, ist ja fein, aber ich weiß es nicht.
00:47:17: Okay, ich glaube, während du jetzt nochmal guckst, dass wir hier nichts Falsches erzählen,
00:47:21: was man zusammenfassend sagen kann, einfach mal versuchen, keine Abwehrhaltung, Ablehenhaltung
00:47:28: an den Tag zu legen, sondern vielleicht einfach ein friedliches, aktuelles Koexistieren zuzulessen
00:47:33: und wie immer offen für Neues zu sein und am wichtigsten immer seine eigene Meinung
00:47:38: dazu zu finden, am besten mit der einen oder anderen Verkostung.
00:47:42: Oder einem Deep Dive wie unseren hier.
00:47:44: Ja, voll unterstützend, genau.
00:47:46: Aber so ist es.
00:47:47: So, hast du gefunden?
00:47:49: Nee, dafür müsste ich jetzt halt, warte doch, ich gebe mir eine Wort.
00:47:55: Ja, das ist peinlich.
00:47:58: Nein, ist es nicht.
00:48:00: Nein, es ist sowas eigentlich, naja, ich weiß es nicht.
00:48:04: Ich weiß nämlich, dass zum Beispiel Alvarinio und Turiga Nacional, und du merkst schon bei
00:48:09: der Aussprache, das hört dich verspanisch an, das ist im Bordeaux jetzt zugelassen.
00:48:14: Auch, also Sie haben insgesamt sechs neue Rebsorten im Bordeaux mit dem Jahre 19, 19,
00:48:21: 19, 2021 zugelassen, also ist es insgesamt spektakulär.
00:48:25: Auch das ist eine Möglichkeit neben der PIVI, also wie gesagt, ich betone, PIVI ist halt
00:48:30: ein Schlüssel, der wichtig ist.
00:48:32: Und andere Schlüssel sind Rebsorten, die die Hitze oder die klimatischen Voraussetzung
00:48:37: vielleicht aus ihrer Heimat schon eh kennen, quasi jetzt halt in nördlichere Gebiete zu
00:48:42: stellen.
00:48:43: Das ist eigentlich nicht bekannt, die heißeste Region der Welt zu sein, aber die Hitze macht
00:48:47: den Wein zu schaffen.
00:48:48: Und dann sagt man, okay, wir haben spanische Rebsorten, sind es gut, und jetzt haben sie
00:48:52: es zulassen.
00:48:53: Und das finde ich gut, weil sie bleiben im Bewegung.
00:48:55: Du kannst das nicht wegignorieren.
00:48:57: Und ich glaube, genau das ist die Rebsorte, ich kenne die nicht, aber ich glaube, es ist
00:49:05: die Rebsorte.
00:49:06: Florian.
00:49:07: Hey, fast, also muss ich echt aussprechen lernen, ist jetzt eine Neuzüchtung und die heißt
00:49:18: Lili-O-Rila.
00:49:19: Oh.
00:49:20: Lili-O-Rila.
00:49:21: Das klingt so wie ein Setz und drei Flaschen davon Intus.
00:49:27: Ja, es ist eine Neuzüchtung.
00:49:31: Es müsste eine Pivi sein, aber ja, du merkst, also auch ich muss da noch üben zum Teil.
00:49:41: Ja.
00:49:42: Okay, das heißt also, in meinem Kopf hat sich zwischen all den Rebsorten, die ich ja so
00:49:46: schon noch nicht kenne, die es seit Jahrhunderten, Jahrtausenden gibt, jetzt erweitert sich der
00:49:51: Horizont nochmal um Vielfaches.
00:49:53: Gern geschenke.
00:49:54: Gern geschenke.
00:49:55: Danke.
00:49:56: In dem Sinne, wir kommen zum Ende und wir bleiben in Frankreich.
00:49:59: Ich glaube, das liegt hier an dem grauen Wetter und ich sehe nämlich nach Sonne und die glücklichsten
00:50:04: Erinnerungen, die ich habe, sind natürlich mit dir in Frankreich.
00:50:07: Dementsprechend schließe ich heute ab mit meinem Fun Fact zu Frankreich.
00:50:12: Denn weniger witzig, aber wahr, Frankreich ist das meistbesuchteste Land der Welt.
00:50:18: Oh.
00:50:19: Lala.
00:50:20: In Frankreich sind mein Lieblingsfun Fact, du kennst ihn wahrscheinlich.
00:50:24: Es ist gesetzlich verboten, deinem Schwein den Namen Napoleon zu geben.
00:50:31: Echt?
00:50:32: Ja, aus Respekt vor dem ehemaligen Kaiser gibt es ein Gesetz, dass du deine Schweine
00:50:39: nicht Napoleon nennst.
00:50:41: Und das finde ich einfach so kutsi-französisch typisch.
00:50:43: In dem Sinne.
00:50:44: Das ist, es ist sehr französisch.
00:50:46: Ich wünsch dir was.
00:50:49: Tschön-tschön.
00:50:50: Tschön-tschön, bis dann dann, ne.
00:50:52: Komm, Napoleon, komm.
00:50:54: Und cut.
00:50:56: Das werte Freunde des Genussbars für heute wieder mit "Wein ist ihr Hobby".
00:50:59: Wir hoffen, ihr hattet Spaß und konntet ein bisschen etwas mitnehmen.
00:51:03: Vergesst nicht uns zu abonnieren und keine Anekdoten, Weinbeisheiten und auch Wissen
00:51:07: zu verpassen.
00:51:08: Oder teilt gern eure Erfahrungen in Fragen oder eure Lieblingsweine mit uns.
00:51:11: Beispielsweise findet ihr uns bei Instagram unter natürlich "Wein ist ihr Hobby".
00:51:16: Prost und bis zur nächsten Flasche, bis zur nächsten Folge.
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